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Bernhard
Block zum
70. Geburtstag

Seinen
70. Geburtstag feierte vor kurzem Bernhard Block, seines
Zeichens 1. Vorsitzender des SC Ansbach 1855, an seinem
Wohnort. 1934 wurde Bernhard Block in Ansbach geboren, wo
er die Volksschule (1940-1944) und die Oberrealschule, das
heutige Platen-Gymnasium, besuchte (1944-1951), die er mit
der Mittleren Reife abschloss. Nach einem einjährigen
Praktikum in der Löwen-Apotheke Ansbach begann er an der
Staatlichen Akademie für angewandte Technik, Ohm
Polytechnikum Nürnberg, sein Chemie-Studium (1952-1955),
das er als Ingenieur beendete. Von 1955 bis 1968 war er
als Betriebsassistent und später als Assistent des
Produktionsleiters bei der Titangesellschaft mbH in
Leverkusen beschäftigt. Ab 1968 war er am Aufbau des
Zweigwerkes in Nordenham beteiligt, übernahm die Leitung
der Laboratorien und fungierte zunächst auch als
Sicherheitsingenieur, später dann als
Umweltschutzbeauftragter. Schließlich übernahm er die
Leitung der Produktionsbetriebe und war damit für Qualität
und Quantität des Zweigwerkes der in Kronos Titan GmbH
umbenannten Firma verantwortlich (bis 1995). Ausgedehnte
Dienstreisen zu den Titandioxid-Produktionsstätten in den
USA und in Europa (bis in die UdSSR) waren die Folge. Seit
1997 lebt er wieder in der alten Heimat Ansbach. Neben dem
Schachspiel gehören weite Reisen zu den Hobbies des
Ehepaares Block.

Besonders
in Erinnerung geblieben ist Bernhard Block der Erfolg
seines früheren Vereines SV Butjadingen
(Niedersachsen/Oldenburg/Ostfriesland), dem er heute noch
als passives Mitglied angehört. Mit der 1. Mannschaft
gelang Bernhard Block 1986 der Aufstieg in die zweithöchste
niedersächsische Liga (Verbandsliga West). Zur
Stammformation gehörten Lutz Witt, Dr. Martin Lichte,
Thomas Striebig, Bernhard Block, Thomas Spallek, Dr.
Ulrich Härtel, Joachim Müller, Arne Eilers und Carsten
Struck.
Im Folgenden lesen Sie die Ausführungen Bernhard Blocks
im Originallaut. Diesen lebendigen und detailreichen
Bericht wollte ich nicht redaktionell aufbereiten, da man
ihn nur hätte "verschlimmbessern" können.
Udo
Güldner, Pressewart Schachbezirk Mittelfranken
Schach
in den Jahren 1944-1955:
Mit
12 Jahren erlernte ich das Schachspiel von einem
entfernten Verwandten, der 1976 meine verwitwete Mutter
ehelichte und so noch mein später Stiefvater wurde. Meine
als Buchhalterin berufstätige Mutter und ich gingen am
Samstag des öfteren zum Mittagessen in die Gaststätte
"Hofbräuhaus"
in Ansbach. Meine Mutter kam meistens sehr spät vom
Dienst. So ergab es sich, dass die ersten Schachspieler
schon eintrafen, bevor wir gingen. Ich stellte fest, dass
die Gaststätte das Spiellokal des Schachclubs 1855
Ansbach war und dass samstags ab 15.00 Uhr gespielt wurde.
Nach anfänglichem Zuschauen wurde ich mit 14 Jahren der
erste und zunächst einzige Jugendliche im Schachclub.
Etwa 1-2 Jahre später kam noch ein 2. Jugendlicher dazu.
Einen Jugendleiter hatte der Club zu dieser Zeit nicht, so
dass mir einige jugendfreundliche Senioren sehr willkommen
waren, die bereit waren, nicht nur eine Partie zu spielen,
sondern auch Fehler und Möglichkeiten in meinem Spiel
aufzuzeigen. Bei den ersten Vereinsturnieren war ich schon
froh, nicht mit 0 Punkten gegen die "alten
Hasen" abzuschneiden. Nach einer kurzen Schachauszeit
und dem Studienbeginn (1953) schaute ich mich wieder nach
meinem Schachclub
um. Manches hatte sich inzwischen verändert. Der
Schachclub spielte jetzt in der Gaststätte
"Sonnenhof", hatte inzwischen mit Schachfreund
Amthor einen aktiven Jugendleiter und ca. zehn Jugendliche
(überwiegend von der Oberrealschule). Da machte auch mir
das Schachspielen im Club wieder Freude. Im Winter 1953/54
wurde die 1. Jugendmeisterschaft des Clubs ausgetragen,
die mich als Sieger sah. Die Spielstärke der Jugend war
bemerkenswert, was sie auf Mittelfranken-Meisterschaften
beweisen konnte. Für mich war das als Jugendlicher schon
zu spät, denn ich hatte die U20-Altersgrenze erreicht.
Die letzten beiden Jahre in Ansbach war ich 2.
Jugendleiter im Club, der sich besonders um die Belange
der Jugendlichen (Reibungspunkte mit einigen Senioren) kümmerte.
Die etwas lautere und
temperamentvolle Art vieler Jugendlicher stört
eben so manchen Senior, daran hat sich aber bis heute
nichts geändert.
Schach
in den Jahren 1955-1968:
In
meiner Leverkusener Zeit trat ich schon bald wieder einem
Schachclub bei. Der Spielort und die Spielzeiten gaben den
Ausschlag für die Schachvereinigung Leverkusen 1919, die
im Hotel "Manforter Hof" in Leverkusen-Manfort
spielte. Die Vereinsmeisterschaften wurden in drei
Spielklassen ausgetragen, Wertungszahlen gab es noch
nicht, so musste ich in der untersten Klasse anfangen. Es
dauerte nur wenige Jahre bis zur Spitzenklasse. Da wurde
die Luft dünner, vordere Plätze erreichte ich oft, wurde
aber nur einmal Vereinsmeister (1968). Der Grund dafür
war auch, dass bei der Vereinsmeisterschaft auch
Mitglieder mitspielten, die ansonsten für die stärksten
Clubs des Kölner Raums spielten. Einmal schaffte ich es
eine Leverkusener Stadtmeisterschaft zu organisieren, aber
es war schwer alle Vereine unter einen Hut zu bringen für
ein Turnier, das über mehrere Monate lief. In den letzten
Jahren war ich 2.Vorsitzender des Vereins.
Schach
in den Jahren 1968-1995:
Meine
Nordenhamer Zeit war schachlich, wie auch sonst meine
erfolgreichste Zeit. Es dauerte nicht lange bis ich von
Mitgliedern des Schachvereins Einswarden, in diesem
Ortsteil von Nordenham wohnte meine Familie und ich,
angesprochen wurde, doch Mitglied ihres Vereins zu werden.
Da keine deutlich stärkeren Schachclubs in Nordenham und
im nahen Umland (10-20km) vorhanden waren, fiel die
Entscheidung nicht schwer. Nach Abschluss der Aufbau- und
Anfahrphase des neuen Werkes trat ich also dem
Schachverein Einswarden bei. Bereits 1972 wurde ich zum
1.Vorsitzenden gewählt. Vereinsmeister wurde ich in den
Jahren 1973, 1974, 1975, 1978, 1981, 1982. Auch unsere
Jugendarbeit war für den kleinen Verein sehr erfolgreich,
so konnten wir zweimal den Jugendmeister U20 des
Oldenburgisch-Ostfriesischen Schachverbandes (der
gleichzeitig ein Bezirk des Niedersächsischen
Schachverbandes ist) stellen. Die Struktur des Ortsteiles
Einswarden änderte sich im Laufe der Jahre zum Negativen,
Geschäfte und Gaststätten schlossen, das Spiellokal
musste viermal gewechselt werden. Trotz der Gründung
einer Interessengemeinschaft der Einswarder Vereine, deren
Vorsitzender ich sechs Jahre war und trotz unseres ständigen
Bemühens, die Schach-AG des nahen Schulzentrums am Leben
zu erhalten (über einige Jahre habe ich sie selbst
geleitet, trotz meiner knappen und manchmal
unvorhergesehen verkürzten Freizeit), war nicht zu übersehen,
dass sich die Bevölkerungsstruktur des Ortsteils veränderte.
Keiner der Nordenhamer und Butjadinger Vereine konnte mehr
steigende Mitgliederzahlen und Schacherfolge vermelden.
Nach vielen Gesprächen mit den Vereinen und ihren
Vorsitzenden war ich so weit, dass meine Idee, einen
spielstarken Verein aus den besten Spielern der Vereine zu
gründen (denn Spielgemeinschaften waren für die
Mannschaftskämpfe nicht zugelassen), angenommen wurde.
Die einzelnen Vereine konnten als ortnahe Spielstätten
zunächst erhalten bleiben. So wurde 1976 der Schachverein
Butjadingen gegründet. Der Name wurde gewählt, damit
sich alle Spieler im Land zwischen Weser und Jade, nicht
nur die aus Nordenham, angesprochen und verwirklicht
sahen.
Ich wurde zum 1.Vorsitzenden gewählt und blieb es auch über
20 Jahre bis zu meinem Wegzug in meine Geburtsstadt
Ansbach. Der Schachverein Butjadingen erkürte mich
anschließend zu seinem Ehrenvorsitzenden.
Diese Gründung war ein voller Erfolg, innerhalb weniger
Jahre hatten wir mit unserer 1.Mannschaft die höchste
Spielklasse im Bezirk (Bezirksoberliga) erreicht. 1986
schafften wir den Aufstieg in die Verbandsliga des Niedersächsischen
Schachverbandes, das war unser größter Erfolg, und ich
trug dazu bei. Mit Dr. Martin Lichte, einer Lehrkraft am
Gymnasium Nordenham, hatte der Verein einen Jugendleiter,
wie man sich ihn wünscht. Über seine Schach-AG wurden
unserem Verein ständig talentierte Jugendliche zugeführt.
Die Mädchenmannschaft des Vereins wurde 1992
Niedersachsen-Meister und nahm an der Deutschen
Meisterschaft teil, 1993 wurden sie Landes-Vizemeister.
Das war der größte Erfolg im Jugendbereich. Seit 1975
wurden jährlich Stadtmeisterschaften ausgetragen.
Stadtmeister wurde ich 1976, 1979 und 1981. Über mehr als
zehn Jahre war ich Vorsitzender bzw. Jugendwart des
Unterbezirks Ammerland-Oldenburg(Stadt)-Wesermarsch und
mehrere Jahre Vorsitzender des Schiedsgerichts des
Oldenburgisch-Ostfriesischen Schachverbandes. Meine
Aktivitäten beschränkten sich nicht auf Schach allein.
Im Jahr 1971 gründete ich mit gleichgesinnten Freunden in
Nordenham eine Ortsgruppe eines weltweiten Männerbundes,
der Kunst und Humor pflegt. Auch da stand ich nicht passiv
im Hintergrund.
Schach
in den Jahren nach 1995:
Nach
Beendigung meiner Berufstätigkeit habe ich mehrmals an
Niedersächsischen, Württembergischen und Deutschen
Senioren-Einzelmeisterschaften, sowie an verschiedenen
offenen Turnieren teilgenommen. Bemerkenswerte Erfolge
habe ich dabei nicht mehr erzielt. Mein Umzug nach Ansbach
führte mich zurück zum Schachverein meiner Jugend, dem
Schachclub 1855 Ansbach e.V. Auch hier blieb ich nicht von
Funktionen verschont, so bin ich seit 1999 der
1.Vorsitzende des Clubs. Im Jahr 2000 richteten wir den
49.Mittelfränkischen Schachkongress mit
Einzelmeisterschaften aus.
Manchmal kann ich selbst auf Kreuzfahrten das
Schachspielen nicht lassen, wie folgendes Bild zeigt.
Den Männerbund, der Kunst und Humor pflegt, gibt es
selbstverständlich auch in Ansbach, so dass ich auch hier
voll aktiv bleiben konnte.

Bernhard
Block nutzt jede sich bietende Gelegenheit zum
Schachspiel. Auch auf einer seiner zahlreichen Reisen auf
einem Kreuzfahrtschiff werden die "Klötzchen
geschoben".
Und hier noch eine Partien des Jubilars aus der Saison
2001/2002, die seine Vorliebe für die Bird-Eröffnung
dokumentiert:
Block,Bernhard
(1631) - Holzschuh,Tobias (1613) [A03]
Kreis-MM 2001/02 AN2-Wassertrüdingen
A03:
Bird-Eroffnung 1.f4
d5 2.Sf3 c5 3.e3 Sc6 4.Lb5 Sf6 5.b3 g6 6.Lb2 letzter
Buchzug 6...Lg7
7.0-0 0-0 8.Lxc6 bxc6 9.De1 Dd6 10.Le5 De6 11.h3 Punkt
g4 11...Df5 [11...h6
12.Sc3²] 12.d3± Sichert
e4 12...Td8 13.Dc3
Lb7 14.Sbd2 c4 15.bxc4 Td7 [¹15...Dc8!?+-] 16.g4
Sxg4 17.hxg4 Dxg4+ 18.Kf2 f6 19.Tg1 De6 20.Ld4 Df7 21.Ke2 [21.Tg3
Te8+-] 21...Tc7 22.c5 Lc8 23.Da5 Tb7 24.Tab1 Txb1 25.Dd8+ Lf8 26.Txb1 Kg7
27.Dc7 De8 28.Tb8 [¹28.Th1!? damit wurde Weis es sich
noch erleichtern 28...h6+-] 28...Txb8
29.Dxb8 Dd7 30.Db1 Dc7 31.a3 Lg4 32.Kf2 Kg8 33.Sh2 [33.c4
Le6+-] 33...Lf5 34.Sdf3 Lg7 35.Sf1 e5 36.fxe5 fxe5 37.La1 De7? [¹37...h5±]
38.Db8++- Kf7 [38...Lf8
39.Sxe5 Dxc5+-] 39.Lxe5
Lxe5 40.Dxe5 [Schwacher ist 40.Sxe5+ Kg7 41.Sxc6 Dxc5
42.De5+ Kf7+-] 40...Dxe5 [40...h5 andert nichts mehr 41.S1d2+-] 41.Sxe5+
Ke6 42.Sxc6 a6 [42...Kd7 ware gleichermasen fruchtlos
43.Sxa7 h5 44.Sd2+-] 43.Sd4+ Kd7 [43...Ke5 nutzt auch nichts mehr 44.Sd2 Lg4 45.Sc6+ Ke6
46.c4 dxc4 47.Sxc4+-] 44.Sxf5
gxf5 45.Sg3 [45.Sg3 d4 46.exd4+-] 1-0
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