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Eine Schachlegende aus
Mittelfranken-West: Alfred Drechsler im Porträt
Auf fast 60 Jahre blickt Alfred Drechsler nun zurück, davon
über 40 Jahre als Turnierspieler und -organisator. 1946 in
Ansbach geboren, besuchte er dort die Volksschule und
absolvierte in seiner Geburtsstadt eine Lehre zum
Industriekaufmann (1960-1963). Diesen Beruf übte er bis 1965
aus und wechselte danach in die Bundeswehr-Verwaltung, wo er
seinen Dienst an den Standorten Külsheim, Budel
(Niederlande), Feuchtwangen, Ansbach und Roth versah. Seit
2004 befindet sich Alfred Drechsler in Altersteilzeit und
kann sich nach einer kurzen Schachpause wieder ganz dem
Königlichen Spiel zuwenden.
Das Schachspiel erlernte Alfred Drechsler als Jugendlicher
von Fritz Pfeiffer, dem Vater der legendären Pfeiffer-Brüder
Herbert und Peter. Die ersten Züge im Turnierschach machte
Alfred Drechsler 1964 in der Jugend-Mannschaft des SC 1855
Ansbach, dem er seit 1962 als Mitglied verbunden ist, und
bei der Jugend-Einzelmeisterschaft von Mittelfranken-West.
Seit 1975 ist er auch dem SC Bechhofen 1923 als passives
Mitglied verbunden. Seit 1964 ist Alfred Drechsler
begeisterter Fernschach-Spieler, wobei ihm 1985 der Aufstieg
in die Meisterklasse gelang.
Turniererfolge gelangen Alfred Drechsler durch den Gewinn
der Mittelfränkischen Jugend-Mannschaftsmeisterschaft 1963
(im Team mit Herbert und Peter Pfeiffer sowie Dietmar
Lindner), durch den Sieg beim Ansbacher Friedrich
Kreiner-Pokal (1965, 1966), beim Ansbacher Walter Döge-Pokal
(1994) für Spieler der 1. Mannschaft oder der
Vereinsmeisterschaft des SC 1855 Ansbach. Bereits 1966 wurde
er in der legendären Oberliga-Mannschaft seines Vereins
eingesetzt.
Besondere Verdienste hat sich Alfred Drechsler allerdings
als Schachfunktionär erworben. So war er lange Jahre
Spielleiter des SC 1855 Ansbach (1973-2002), seit 1974
Spielleiter und Pressewart des Schachkreises
Mittelfranken-West, später sogar für kurze Zeit Vorsitzender
von Mittelfranken-West (1991-1995). Auch auf höherer Ebene
war Alfred Drechsler präsent, so als Mitglied der Turnier- u
Satzungskommision des Schachbezirkes Mittelfranken
(1975-1980), sowie als Delegierter des Bezirks für Bayern
(1975-1985). Daneben organisierte und leitete er zahlreiche
Wettbewerbe: Die Mittelfränkischen Einzelmeisterschaften
(1975, 1980, 2000), den Bayerischen Schachkongress (1985),
die Bayerische Blitz-Einzelmeisterschaft der Damen (1985),
die Bayerische Blitz-Einzelmeisterschaft in Feuchtwangen
(1986) und den Länderkampf Bayern gegen Niederösterreich
(1980). Alfred Drechsler gelang es auch, 1978 die Offene
Stadtmeisterschaft zu etablieren, die sechs Mal zur
Austragung gelangte. Über 30 Jahre war Alfred Drechsler
Turnierleiter und Schiedsrichter u.a. drei Mal beim Erlanger
Schach-Open und 2001 bei der 1. Offene Nürnberger
Stadtmeisterschaft sowie bei diversen
Eintages-Veranstaltungen des Schachbezirkes Mittelfranken.
Seit 1997 ist der SC 1855 Ansbach Veranstalter des
Kaspar-Hauser-Schnellschach-Open, und auch bei diesem
Höhepunkt im Turnierkalender des Schachkreises
Mittelfranken-West ist Alfred Drechsler als Turnierleiter
nicht mehr wegzudenken. Sein schachliches Wissen gibt er als
Trainer der U8-U10 an den Nachwuchs des SC 1855 Ansbach
weiter und ist auf manchem Jugendturnier als Betreuer zu
entdecken.
Alfred Drechsler wurde auf Grund seiner langjährigen
Verdienste um das Schachspiel bereits mehrfach geehrt, so
durch die Goldene Ehrennadel des SC Ansbach (1986) die
Silberne Ehrennadel des Bayerischen Schachbundes (1985), die
Silberne Ehrennadel des Schachbezirkes Mittelfranken (1996),
die Silberne Ehrennadel des Deutschen Fernschachbundes
(2003) für 25-jährige Mitgliedschaft und die Silberne
Ehrennadel des SC Bechhofen (1990) für 15-jährige
Mitgliedschaft.
Besonders in Erinnerung geblieben ist Alfred Drechsler das
Jahr 1985, "hier ging es um den Aufstieg im Wettkampf
Büchenbach/Roth gegen Ansbach. Ich musste am Brett 1 gegen
Sfr Heiling spielen, der damals schon eine Nummer zu groß
für mich war. Nach nur eine Stunde gewann ich die Partie
(sensationell), und meine Mitspieler waren „so geschockt“,
dass ein Spieler wie Walter Borkowski sofort eine Figur
einstellte, ein anderer sogar die Dame. Und derWettkampf
ging verloren."

Alfred Drechsler
Udo Güldner, Pressewart
Schachbezirk Mittelfranken
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